Alle mit demselben Beispielinhalt und derselben Geometrie. Was sich unterscheidet, ist die Bildsprache, nicht das Motiv.
Jedes Blatt ist aus Code gerendert, 1080 × 1350, kein Bild. Look 01 ist der bestehende, Look 02 die freie Fassung davon. Die Texte auf den Blättern sind Beispiel und kein abgenommener Colibri-Text.
01 Kulli
Vierfarb-Kugelschreiber auf Karopapier
Grund und Material
Cremefarbenes Karoblatt aus dem Ringbuch, mit einer Stanzung links, liegend auf Colibri-Beige.
Farbsemantik
Schwarz Struktur
Blau Wasser und Produkt
Rot Problem und Warnung
Grün Lösung und Ordnung
Strichcharakter
Kugelschreiber, gleichbleibendes Zittern, Nachzieh-Striche an betonten Stellen, Überstand an den Ecken. Strichstärke rund ein Viertel über dem Realismus, damit das Vorschaubild trägt.
Schriftregel
Poppins, von Hand gesetzt: jede Glyphe minimal gekippt, die Grundlinie flattert. Kein Handschrift-Font.
Bewegungsregel
Die Linien zeichnen sich im Takt des gesprochenen Worts, geordnet nach Tinte: erst alles Schwarze, dann Blau, dann Rot, zuletzt Grün.
02 Kulli New
Graphit auf glattem Papier, eine Signalfarbe, editoriale Schrift
Grund und Material
Warmes, glattes Papier ohne Raster. Kein Blatt aus dem Block, sondern eine Seite: der Rand ist die einzige Kante, sonst nichts.
Farbsemantik
Graphit was ist
Signal worauf es ankommt
Grau Nebensache, Beschriftung
Strichcharakter
Ein Zug, breit und sicher, mit Überstand an den Ecken, aber ohne Nachziehen. Das Zittern bleibt, es ist kleiner und gleichmäßiger.
Schriftregel
Der Gegensatz ist Absicht: die Zeichnung bleibt von Hand, die Schrift wird sicher. Eine Serifenschrift für die Aussage, eine schmale Grotesk für die Beschriftung. Nichts wird gekippt.
Bewegungsregel
Die Zeichnung folgt dem Satz, nicht der Tinte: erst was da ist, dann was schiefgeht, dann was es hält. Ein Durchgang, keine Farbrunden.
Abweichungen von Kulli
Kein Karo. Das Raster kostet Kontrast genau dort, wo im Vorschaubild entschieden wird, ob jemand stehenbleibt. Es erzählt außerdem nichts über den Inhalt.
Drei Farben statt vier, und die Signalfarbe sagt nicht was, sondern wo. Vier Bedeutungen sind vier Hierarchien, und klein kann man nur einer folgen. Ob etwas Problem oder Lösung ist, trägt hier die Form: eine Lücke gegen ein geschlossenes Band.
Die Aussage steht oben, nicht unter der Zeichnung. Im Feed sieht man den oberen Teil zuerst. Eine Headline unter der Zeichnung ist im Vorschaubild nicht da.
Die Schrift wird nicht mehr von Hand gesetzt. Gekippte Glyphen lassen die Aussage so unsicher wirken wie den Strich. Sicherer Satz neben handgezogener Zeichnung ist der stärkere Gegensatz und liest sich klein besser.
Kein Stanzloch. Es kostet Breite am Rand und erzählt nichts. Das ist der teuerste Punkt hier, denn es ist ein Wiedererkennungszeichen — wenn dir die Marke wichtiger ist als der Platz, nimm es zurück.
Kein Nachziehen der Striche. Doppelt gezogene Linien lesen sich groß als Unsicherheit und klein als Matsch.
Produktionsaufwand
Läuft mit derselben Zeichentechnik wie Kulli, es ist dieselbe Engine mit anderen Werten. Neu wären nur die Schrifteinbindung und der Papiergrund, also Stunden, nicht Wochen.
03 Tafel
Kreide auf Schiefer
Grund und Material
Dunkle Schiefertafel mit Wischspuren der letzten Stunde. Das Blatt ist keine Seite, sondern eine Fläche, auf der schon jemand erklärt hat.
Farbsemantik
Weiß alles Gesagte
Koralle der Bruch
Gelb das Ergebnis
Staub was schon dastand
Strichcharakter
Kreide: breit, mit Aussetzern, körnig an den Kanten. Kein Zug ist voll deckend, jeder verliert unterwegs Material.
Schriftregel
Space Grotesk, gerade gesetzt, weit gesperrt. Keine Handschrift — an einer Tafel schreibt man in Druckbuchstaben, damit die letzte Reihe mitliest.
Bewegungsregel
Geschrieben, gewischt, neu geschrieben. Der Übergang zwischen zwei Aussagen ist ein Wischer, kein Schnitt.
04 Blaupause
Technische Zeichnung auf Blauabzug
Grund und Material
Tiefblauer Abzug mit feinem Millimeterraster und Hilfslinien, die stehen bleiben. Nichts wird weggeputzt: man sieht, wie konstruiert wurde.
Farbsemantik
Hellblau die Konstruktion
Dunkelblau Hilfslinie, Raster
Bernstein Abweichung vom Soll
Weißblau Maß und Beschriftung
Strichcharakter
Dünn, gleichmäßig, ohne Zittern. Jede Kante hat eine Hilfslinie, die über sie hinausläuft, und jede Länge ein Maß mit zwei Pfeilen.
Schriftregel
IBM Plex Mono, versal, klein, weit gesperrt. Beschriftung liegt immer waagerecht auf einer Hilfslinie, nie frei.
Bewegungsregel
Erst die Hilfslinien über das ganze Blatt, dann die Konstruktion darauf. Man sieht das Denken vor dem Ergebnis.
05 Riso
Zwei Volltonfarben, versetzt gedruckt
Grund und Material
Ungestrichenes Papier, zweimal durch die Maschine. Der Passer sitzt nie ganz genau, und das bleibt sichtbar.
Farbsemantik
Blau der erste Druckgang: alles Bestehende
Rosa der zweite Druckgang: alles, was sich ändert
Schwarz Schrift, nur Schrift
Strichcharakter
Es gibt keinen Strich. Alles ist Fläche, mit Rasterpunkten statt Halbtönen. Wo beide Farben liegen, entsteht die dritte.
Schriftregel
Space Grotesk, fett, sehr eng gesetzt, alles klein geschrieben. Schrift ist der einzige schwarze Druckgang.
Bewegungsregel
Erst der ganze blaue Gang, dann der ganze rosa. Zwei Bilder, die sich zum Ergebnis addieren — kein Zeichnen, ein Drucken.
06 Marker
Filzstift auf Whiteboard, mit Textmarker
Grund und Material
Weiße Fläche, nichts darauf außer dem, was gerade erklärt wird. Kein Papier, kein Raster, keine Kante.
Farbsemantik
Schwarz die Zeichnung
Rot hier stimmt etwas nicht
Gelb Textmarker: darauf kommt es an
Grau Beschriftung
Strichcharakter
Breiter Filzstift, acht Pixel, kaum Zittern, aber sichtbar schnell gezogen: die Enden laufen über, Ecken schließen nicht sauber.
Schriftregel
Inter, normal gesetzt. Der Textmarker liegt hinter dem Wort, nicht darunter, und ist immer breiter als das Wort.
Bewegungsregel
Schnell und in einem Zug. Der Textmarker kommt zuletzt, wenn der Satz schon steht — genau wie beim Erklären.
07 Röntgen
Durchleuchtung: Schichten statt Kanten
Grund und Material
Fast schwarzer Grund. Nichts wird gezeichnet, alles wird durchleuchtet — was dichter ist, leuchtet heller.
Farbsemantik
Hellblau dichtes Gewebe
Tiefblau was darunterliegt
Bernstein wo etwas fehlt
Mattblau Beschriftung
Strichcharakter
Keine Umrisse. Flächen mit weichem Rand und unterschiedlicher Dichte, die sich überlagern und dort heller werden, wo sie sich treffen.
Schriftregel
IBM Plex Mono, dünn, klein, weit gesperrt — wie die Beschriftung eines Messgeräts. Immer links am Rand, nie im Bild.
Bewegungsregel
Die Schichten blenden von oben nach unten auf, eine nach der anderen. Nichts wird gezogen, alles erscheint.
08 Faden
Gestickt auf Leinen
Grund und Material
Grobes Leinen, sichtbar gewebt. Nichts liegt auf der Fläche, alles ist hindurchgezogen.
Farbsemantik
Tannengrün was hält
Rost was reißt
Senf was hinzukommt
Sand Beschriftung
Strichcharakter
Kein durchgehender Strich, sondern eine Folge von Stichen mit sichtbarem Zwischenraum. Enden werden nicht verknotet, sie hören auf.
Schriftregel
Fraunces für die Aussage, Inter für die Beschriftung. Die Schrift wird nicht gestickt — der Gegensatz zwischen Handarbeit und Satz ist der Punkt.
Bewegungsregel
Stich für Stich, in der Reihenfolge, in der man wirklich sticken würde. Das Tempo kommt von der Sprache, nicht von der Nadel.
09 Netz
Knoten und Kanten, präzise gesetzt
Grund und Material
Sehr helles Grau ohne Struktur. Die Fläche tritt vollständig zurück, damit die Beziehungen die einzige Information sind.
Farbsemantik
Anthrazit Knoten: was es gibt
Grau Kanten: was womit zusammenhängt
Türkis der Pfad, der funktioniert
Rot die unterbrochene Stelle
Strichcharakter
Kein Handstrich. Ein Pixel Haarlinie, exakte Radien, nichts sitzt schief. Jede Kante endet an einem Knoten, nie im Nichts.
Schriftregel
Inter, klein, tabellarische Ziffern. Beschriftung sitzt immer auf gleicher Höhe mit ihrem Knoten.
Bewegungsregel
Erst erscheinen alle Knoten auf einmal, dann wachsen die Kanten zwischen ihnen. Der Pfad, um den es geht, färbt sich zuletzt.
10 Gouache
Gemalte Flächen, keine Linien
Grund und Material
Warmes Büttenpapier mit sichtbarer Struktur. Die Farbe sitzt matt darauf, nie glänzend, und deckt nie ganz gleichmäßig.
Farbsemantik
Tiefgrün der Körper der Sache
Himmelblau was sich bewegt
Terrakotta wo es fehlt
Tinte Schrift
Strichcharakter
Es gibt keinen. Jede Form ist ein Pinselzug mit unruhigem Rand, und wo zwei Formen sich berühren, bleibt ein schmaler Papierrest sichtbar.
Schriftregel
Fraunces für die Aussage, Inter für die Beschriftung, beide in Tinte. Schrift wird nie gemalt — sonst verliert sie an Genauigkeit, wo die Bilder ungenau sein dürfen.
Bewegungsregel
Formen wachsen auf, wie Farbe ins Papier zieht: von der Mitte nach außen, nie von einer Kante her. Der Terrakotta-Fleck kommt zuletzt und bleibt.